Pressemitteilung vom 21.11.2017

Zentrale Gedenkfeier des Landes NRW in Korschenbroich

Die gemeinsame Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages fand am Samstag, 18. November 2017, im Gymnasium Korschenbroich statt. Vorab trugen sich Landtagspräsident André Kuper, Finanzminister Lutz Lienenkämper, Landtags-Vizepräsidentin Carina Gödecke und der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Thomas Kutschaty in das Goldene Buch der Stadt ein.

„Der Volkstrauertag ist verbunden mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte mit Millionen von Toten, für das auch alle zukünftigen Generationen Verantwortung tragen: nämlich durch Erinnerung (…). Für Viele ist der Volkstrauertag ein rückwärtsgewandter Tag, der nur mit dem Gestern und nichts mit dem Heute zu tun hat. Die Gewalt und die Opfer, die aber auch aktuell Teil der heutigen Realität sind, sollten uns jedoch bewusst machen, dass der Volkstrauertag nicht in den Dimensionen nationaler Erinnerung verharren darf.“ sagte Landtagspräsident André Kuper in der Aula des Gymnasiums Korschenbroich.

Kuper stellte fest, dass er Vertreter der ersten Generation in Deutschland sei, die das Glück gehabt habe, keinen Krieg mehr erleben zu müssen. Er betonte auch mit Blick auf die anwesenden Schülerinnen und Schüler: „Die gemeinsame Erinnerung kann hier eine Verbindung zwischen den Generationen schaffen.“ Die Geschichtswerkstatt der Realschule Korschenbroich leistete eindrucksvolle Wort- und Szenen-Beiträge, welche die anwesenden Gäste zum Inne halten und Nachdenken anregten. Musikalisch umrahmten die Orchestergemeinschaft Korschenbroich sowie der Männergesangsverein Arion Pesch das Programm. Eine andächtige Stimmung und Momente der Mahnung und Besinnung prägten die Veranstaltung.

Der Volkstrauertag findet alljährlich zwei Wochen vor dem 1. Advent statt. Am Vortag führen Landtag NRW, Landesregierung NRW und Volksbund NRW traditionell eine gemeinsame Gedenkveranstaltung durch. Tradition ist es auch, dass die Feierstunde von Jahr zu Jahr in einer anderen Gemeinde in Nordrhein-Westfalen stattfindet.

Der Volkstrauertag wurde als Gedenktag für die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges auf Vorschlag des kurz zuvor gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingeführt. Der Tag sollte ein Zeichen der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen sein. 1922 fand die erste offizielle Gedenkstunde im Reichstag statt. Die Nationalsozialisten vereinnahmten den Volkstrauertag für ihre Propaganda und benannten ihn 1934 in „Heldengedenktag“ um.

Seit 1945 wird am Volkstrauertag auch der zivilen Opfer des Krieges gedacht. So treten neben die toten Soldaten auch die Frauen, Kinder und Männer, die in den besetzten Ländern und in Deutschland zu Opfern von Krieg und Gewalt geworden waren. Hierzu zählen ausdrücklich auch die Opfer der Diktatur, also die Menschen, die aus politischen, religiösen oder sogenannten rassischen Gründen verfolgt worden waren. Heute ist der Volkstrauertag den Opfern von Krieg und Gewalt gewidmet, zugleich der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden.

 

 

 



http://www.korschenbroich.de
Samstag, der 16.12.2017

Veranstaltungskalender

 12/2017
M D M D F S S
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15
16
17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Pfeil zurueck zurückvor Pfeil vorwaerts