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Ersterwähnung Korschenbroichs im alten Dokument

Ersterwähnung

Korschenbroich, eine Kommune, die aus fünf Gemeinden besteht, gibt es seit 1975. Die gemeinsame Geschichte der ehemals selbstständigen Dorfgemeinden Liedberg, Glehn, Kleinenbroich, Pesch und Korschenbroich beginnt mit ihrem Zusammenschluss zur Großgemeinde. Jede der einzelnen Gemeinden für sich kann jedoch auf eine wesentlich längere Vergangenheit zurückblicken.

So lassen sich Siedlungsspuren in dieser Gegend durch archäologische Funde bis in die Ur- und Frühgeschichte nachweisen. Mit der Eroberung Galliens (58-51 v. Chr.) durch Julius Caesar unterlag der gesamte Niederrhein dem Einfluss der römischen Kultur, die ebenfalls ihre Spuren hinterlassen hat. Den Römern folgten um das Jahr 400 n. Chr. die Franken, die ihr eigenes Staatswesen gründeten und die römische Provinz Niedergermanien in Gaue unterteilten. Der Zerfall des fränkischen Reiches und damit auch der Gauverfassung begann im 9. Jahrhundert. Unter den Nachfolgern Karls des Großen wurde das Rheinland Bestandteil des lothringischen Zwischenreiches, nach dessen Ende 870 es dem ostfränkischen Reich zufiel. Die Zugehörigkeit zum deutschen Reich, das sich aus dem ostfränkischen entwickelte, blieb bis zum Jahr 1794 bestehen.


Über eine Existenz der Ortschaften Korschenbroich, Pesch, Glehn, Liedberg und Kleinenbroich geben erstmalig schriftliche Quellen aus dem 12. Jahrhundert Auskunft. Um 1100 wird eine Glehner Ortschaft 'Luzzelenglene' (Lüttenglehn) erwähnt. 1127 wird Korschenbroich in einer Urkunde über die Schenkung eines Hofes in 'Crismeke' an das Stift St. Kunibert in Köln erwähnt. In einer Urkunde von 1166, in der die so genannte 'Liedberger Teilung' festgelegt wird (Erbteilung zwischen Elisabeth von Randerath und Hildegundis von Meer) werden neben Liedberg auch Kleinenbroich, Steinhausen und Steinforth genannt. Für 1263 ist die Grundherrschaft Pesch als Millendonker Lehen nachweisbar.

Schloss Myllendonk 
Schloss Myllendonk

Im Mittelalter wurden die territorialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Strukturen von den Grundherrschaften bestimmt. Der meist adlige oder geistliche Grundherr besaß den Boden und die Bauern, die ihn bewirtschafteten. Im Korschenbroicher Stadtgebiet gab es zwei bedeutende Grundherrschaften: zum einen die Grundherrschaft Myllendonk, die Korschenbroich und Pesch umfasste und die 1700 die Reichsunmittelbarkeit erlangte; zum anderen die Herrschaft Liedberg, die seit 1279 im Besitz der kurkölnischen Erzbischöfe war. Als Zeugnisse dieser Vergangenheit sind Schloss Myllendonk und Schloss Liedberg erhalten. Mit seinen gotischen und barocken Bauteilen ist Schloss Millendonk eine malerisch reizvolle Wasserburg aus dem Mittelalter. Schloss Liedberg gilt als eine der wenigen Höhenburgen am Niederrhein. Die Französische Revolution sorgte auch im Rheinland für die Abschaffung des feudalen Herrschaftssystems, nachdem französische Truppen das linke Rheinufer besetzt hatten. Von 1794 bis 1814 gehörte das Rheinland zu Frankreich. Eine erste kommunale Gebietsreform wurde durch die französische Neuordnung um 1800 vollzogen. Das Stadtgebiet gehörte zum Département/Regierungsbezirk Roer und zum Arrondissement/Unterbezirk Krefeld.

Mit der Übernahme des Rheinlands durch die Preußen 1816 fand bereits die nächste Gebietsreform statt: Innerhalb der Regierungsbezirke wurden neben den kreisfreien Städten Landkreise gebildet. Die Bürgermeistereien aus der französischen Zeit blieben bestehen. Korschenbroich, Kleinenbroich und Liedberg wurden dem Landkreis Gladbach, Glehn dem Landkreis Neuß zugeordnet.

Bahnhof in Korschenbroich 
Bahnhof in Korschenbroich
Im 19. Jahrhundert blieb Korschenbroich von der Landwirtschaft geprägt. Ein weiterer großer Erwerbszweig war die Textilverarbeitung. Es existierten zahlreiche Hauswebereien, die für die Zentren der Textilindustrie Mönchengladbach, Rheydt oder Krefeld produzierten. Die Industrialisierung bereitete ihnen jedoch Ende der 90er Jahre den Untergang. Andererseits begann - begünstigt durch den Ausbau des Verkehrswesens und hier insbesondere mit der Einrichtung der Eisenbahnlinie Aachen-Mönchengladbach-Neuss-Oberkassel 1853 und eines Bahnhofs in Kleinenbroich - um die Jahrhundertwende die Entwicklung zur Industriegemeinde. Dies zeigte sich durch die Vielzahl der Handwerksbetriebe, die Gründung von kleineren Fabriken, die Errichtung der Amtssparkasse, den Bau der Krankenhäuser in Glehn und Korschenbroich sowie den Bau von Bürgermeisterämtern.

Karte des Amtes Korschenbroich 
Karte des Amtes Korschenbroich
Eine weitere Gebietsreform 1929 löste den Kreis Gladbach auf und ordnete die selbstständigen Gemeinden Korschenbroich, Pesch, Glehn, Liedberg und Kleinenbroich dem neuen Kreis Neuß-Grevenbroich zu. Der Gladbacher Versuch der Eingemeindung von Korschenbroich und Pesch war fehlgeschlagen. 1935 entstand das Amt Glehn mit den Gemeinden Liedberg und Glehn; zwei Jahre später wurden Korschenbroich und Kleinenbroich zusammengeschlossen. Dieser Verband hielt bis 1947. Kriegsbedingte Schäden gab es in Korschenbroich und Glehn, deren Ortskerne durch Luftminen zu einem großen Teil zerstört wurden.

In den 60er-Jahren setzten erneut Diskussionen über eine kommunale Neugliederung ein. Wieder sollten Korschenbroich, Kleinenbroich, Pesch und Liedberg nach Mönchengladbach und Glehn nach Neuss eingemeindet werden. Doch die einzelnen Gemeinden leisteten Widerstand und hatten Erfolg. Man einigte sich auf das "kleinere Übel" - und am 1. Januar 1975 entstand die Großgemeinde Korschenbroich, die 1981 zur Stadt wurde. Inzwischen leben rund 33.000 Menschen in Korschenbroich, das als Kleinstadt im Ballungsgebiet der Städte Mönchengladbach, Düsseldorf, Neuss mit seiner modernen und leistungsfähigen Infrastruktur ansprechende Wohnqualität und hohen Freizeitwert miteinander verbindet. Die Geschichte bleibt über viele erhaltene historische Bauwerke, die gemeinsam mit moderner Architektur das städtebauliche Bild prägen, lebendig. Hier finden Sie eine Auflistung der Denkmäler (inkl. der Bodendenkmäler).



Weiterführende Links

Publikation

Denkmalliste für die Stadt Korschenbroich
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Die Stadt Korschenbroich veröffentlicht eigene Dokumente soweit technisch umsetzbar in barrierefreier Form.


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